Ein Museum im Denkmal, Teil 2

Th. Fontane (W. Schulz, Simplicissimus Jg. 40/1919), © bpk, Berlin, 2008.

Raum: Theodor Fontane und das Havelland

Obwohl des Dichters Aufenthalt im Ort nicht nachgewiesen ist, nimmt er im „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck“ mit Erwähnung des „Doppeldachhauses“ Bezug auf das Herrenhaus. Die Gründerzeit verbindet die Baugeschichte und den Dichter. An die Reichsgründung erinnerte er durch seine „Kriegsbücher“. Nach deren Fertigstellung wandte er sich dem Havelland zu. Als Schloss Ribbeck 1893 seine gegenwärtige Gestalt erhielt, beschäftigte sich Fontane mit der Gesellschaft des späten 19. Jhds. „Effi Briest“ (1894) ist voll von havelländischen Bezügen, das Spätwerk „Der Stechlin“ (1898) spiegelt die Welt des alten und des neuen Preußens, „Frau Jenny Treibel“ (1892) bedenkt die Welt der großstädtischen Kommerzienräte mit feinem Spott. Da sich die geistige Welt der Gründerzeit, die alle Schichten der Reichsbevölkerung berührte auch in der Möbelbaukunst, „der Architektur im Kleinen“, äußerte, findet sich ein Hauch davon wieder.

Medienraum

Fontane ist Bürger des 19. Jhds, das er kritisch begleitete. Ein Lesepult mit vertiefenden Dokumenten, Auszügen aus dem Werk sowie Landkarten und Dokumentationen zur Preußischen Geschichte erläutern die historischen Dimensionen.

Über Ring-, Lang- und Burgwälle überhaupt und speziell im Havelland (Th. Fontane, Das Ländchen Friesack und die Bredows, 1991)

Raum: „Havelländische Altertümer“
Theodor Fontane beschäftigte sich vielfältig mit den vorgeschichtlichen Hinterlassenschaften des Erdreiches. Diese bildeten häufig den Ausgangspunkt regionalgeschichtlich bedeutsamer Sammlungen, zu denen auch die archäologische Sammlung des Landkreises Havelland gehört. Sie soll in einem eigenen Schauraum exemplarisch mit den „Havelländischen Altertümern“ Fontanes präsentiert werden. Seinen posthumen Schriften sind Untersuchungen zu havelländischen Wallanlagen zu entnehmen. Die dort u. a. angetroffenen Fundstücke wurden häufig von örtlichen Honoratioren gesammelt. Sie stellten auch die Frage nach der Herkunft der Altertümer: Waren sie „Deutsch“ oder „Wendisch“? In seinem Roman „Vor dem Sturm“ wird das deutlich.

Raum: Wechselausstellungen

Als zusätzliches Angebot werden in loser Folge Wechselausstellungen uüber die museale Präsentation hinaus angeboten. Künstler zeigen ihre Arbeiten, Hörbücher mit den Werken Theodor Fontanes und Hörproben zu den regionalen Mundarten werden aus Kopfhörern angeboten: „Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn“.

Karte Museum

Kultur- und Geschichtspark am Schloss:
– Außenexponate, Nebengebäude
– Skulpturen havelländischer Künstler
– Deutscher Birnengarten zu Ribbeck