GEDICHTE VON SELMA MEERBAUM-EISINGER
HILDE DOMIN UND PAUL CELAN

IRIS BERBEN – REZITATION
BENJAMIN MOSER – KLAVIER

Selma Meerbaum-Eisinger starb 1942 mit 18 Jahren im KZ Michailowka an Typhus. Geblieben sind uns ihre sehnsuchtsvollen, melancholischen und trotz allem jugendlich hoffnungsvollen Gedichte: „So rein, so schön, so hell und so bedroht“ (Hilde Domin)

Iris Berben las bereits zwölf Texte für eine Hörbuch-CD ein. Nun steht sie mit dem Vermächtnis des jungen Mädchens zusammen mit Benjamin Moser auf der Bühne, der die Sehnsucht mit seinem Spiel ‚umhüllt‘.

Iris Berben: „In dieser Zeit, in der sich Anzeichen von Rechtsradikalismus mehren, muss dieses Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Denn jeder Tag, der vergeht, vernichtet die Zeugnisse der Vergangenheit.“

Ein Gespräch mit Iris Berben:

„Ich will nicht sprachlos sein …“
„Ich möchte leben. Ich möchte lachen und Lasten heben
und möchte kämpfen und lieben und hassen
und möchte den Himmel mit Händen fassen
und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein! Nein.“

Dieses Zitat aus der Lyrik der jungen jüdischen Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger steht über einem Abend mit der internationalen Filmschauspielerin Iris Berben und dem renommierten Pianisten Benjamin Moser, der dem künstlerischen Vermächtnis dieser jungen Frau und der Literatur ihres Umfelds gewidmet ist. Neben ihren großen Erfolgen in der internationalen Filmszene widmet Iris Berben einen bedeutenden Teil ihrer Arbeit der intensiven Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Folgen rechtsextremistischen Denkens bis in unsere Gegenwart hinein. Entscheidende Impulse dafür verdankt Iris Berben noch heute ihrem inzwischen einige Jahrzehnte zurückliegenden ersten Besuch in Israel: Statt der seinerzeit geplanten drei Wochen blieb sie drei Monate – fasziniert von einem Land, das sich damals nach dem Sechs-Tage-Krieg in einer mitreißenden Aufbruchsstimmung befand. In Israel fand die 1950 geborene Schauspielerin auch für sich selbst erstmals eine reale Möglichkeit, die Geschichte aufzuarbeiten und sich der Vergangenheit Deutschlands zu stellen. Diese Erfahrungen und Eindrücke ließen bei Iris Berben ein Gefühl der Verantwortung entstehen, das sie bis heute ungebrochen als Aufforderung versteht, sich offen und kritisch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Beginn: 15 Uhr

Ticketpreis: VVK 30 € / AK 35 €
Ticketverkauf: 033237 8590 0
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